Tauchberichte

Indoor-Tauchen in Siegburg

 

Dive4life - diese Anlage - die größte ihrer Art in Europa - ist 20 Meter tief, 18 bzw. 10 Meter im Durchmesser und mit über drei Millionen Liter kristallklaren 26°C warmen Wasser gefüllt. Des weiteren sind dort  eine versunkene Stadt, durch die still und schwerelos getaucht werden kann sowie Übungsplattformen in flachem Wasser eingebaut.

 

Als  Mitglied im Tauchclub von Franks Divecenter  nehme ich stets die Gelegenheit wahr, am angebotenen Jahresabschlusstauchen oder spontan in dieser Einrichtung teilzunehmen - eine wohltuende Alternative zu hiesigen kalten oder flachen Gewässern.

 

Erwähnenswert: Tauchorganisationen bieten Kurse an, die mit einem Indoor-Brevet abeschließen und somit zu selbständigen Tauchgängen in solchen Zentren berechtigen. Dies ist eine sehr gute Alternative für jene, die nicht im offenen Gewässern tauchen möchten oder können und von daher gerade für das Behindertentauchen - auch bezüglich zunehmender Taucherfahrungen und -fertigkeiten - interessant. Diese Brevets können ggf. zum Open-Water-Diver upgeradet werden, wenn später doch der Wunsch aufkommt, auch in offenen Gewässern tauchen zu wollen.

Pfingsten 2006: Erste Tauchgänge im eigenen Trockentauchanzug im Kreidesee Hemmoor:

 

Nach 20 Jahren Tauchen auf den Malediven entschloss ich mich an heimische Gewässer heranzuwagen.

 

Also legte ich mir einen Trilaminat-Trockentauchanzug zu und meldete mich bei einem Mülheimer Tauchgeschäft zu deren Pfingst-Tauchausflug an.

 

Es waren für mich eine neue Herausforderungen und Erfahrungen des Tauchens:

 

 

Schon das Anlegen des „Trockis“ sowie der restlichen Tauchausrüstung im Wasser ist eine Prozedur für sich, bei der ich auf vollständige Hilfe angewiesen bin.

 

Durch die ohnehin eingeschränkte Bewegungsfreiheit benötigte ich beim eigentlichen Tauchvorgang auch Hilfe beim Tarieren über die Ein- und Auslassventile des Trockis.

 

Nachdem ich mich auf das kalte Wasser und die schlechte Sicht halbwegs eingestellt hatte, genoss ich diesen ersten Tauchgang im eigenen Trocki.

 

Der Einstieg in den See erfolgte an „Nr. 1“, einer ehemaligen Straße, die zum Abbruchgebiet führte und daher sehr leicht zugänglich und auch ausdrücklich für das Behindertentauchen von der Tauchbasis ausgeschrieben ist. Da sehr viele Taucher diesen Einstieg nutzen, kommt es natürlich zu sehr starken Sedimentaufwirbelungen die oft zur „Sicht gleich Null“ führen.

 

Ich glitt langsam über diese beflasterte Straße hinweg, ein wirklich surreales Bild, was sich mir bot: rechterhand der Straße Reste eines Waldes, linkerhand der Straße eine Bordsteinkante als ideale Orientierungsmöglichkeit. In 10 m Tiefe befand sind ein kleines voll aufgetakeltes Kajüt-Segelboot. Ich tauchte weiter diese Straße entlang, bis ich bei 14 m im Gesicht eine Sprungschicht mit Temperaturabfall um 3 °C bemerkte und als unangenehm empfand und ich meinen Tauchpartnern das Zeichen zur Umkehr in die wärmere Schicht gab.

 

  

 

Bei meinem 2. Tauchgang nahm ich die Tarierung auf Empfehlung des Tauchlehrers mit dem Jacket vor, das mir eigenständig möglich war. Ziel dieses Tauchganges war eine Abbruchkante, die linker Hand der Straße positioniert war. Ich entdeckte dort ein entsprechendes altes Warnschild: „Grubenrand! Ungesicherte Abbruchkante“. Ich wagte mich über diese Kante hinaus und tauchte dieser entlang. Auf dem Rückweg entdeckte ich Reste eines Förderbandes.

 

  

 

Der 3. Tauchgang sollte zu einem Tiefenbereich jenseits der "14-m-Marke" führen, um mich weiter an Sprungschichten zu gewöhnen. Hinter dem Segelboot, bei 14 m Tiefe, stellte ich fest, dass ich über das Jacket keinen neutralen Auftrieb mehr herstellen konnte und regelrecht auf der Straße liegen blieb. Mein Tauchpartner erkannte meine missliche Lage und stellte fest, dass ein Schnellablassventil des Jackets ausblies. Die Ursache konnte nicht erkannt und behoben werden, also musste ich vom Tauchpartner zum Einstieg langsam zurück gebracht werden. Nach dem Tauchgang untersuchten wir das Jacket und stellten als mögliche Ursache des Malheurs fest, dass sich die Zugkordel des Schnellablassventils beim Positionieren für ein Foto mit dem Segelboot verfangen haben muss. Ferner wurde mir gesagt, dass ich keinerlei Panikreaktionen gezeigt hätte.

 

Anfang Oktober 2005 ...

... unternahm ich erstmals eine 2-wöchige Tauchsafari mit der"MS Stingray"  auf den Malediven mit 34 Tauchgängen erster Güteklasse im Süd-Male-, Ari-, Rasdhoo- und Nord-Male-Atoll mit eindrucksvollen Begegnungen mit Delfinen, Mantas, Mobulas, Hammerhaien und einem Walhai. Als maledivischerTauchpartner stand mir u.a. "Kudey" (links im Bild) zur Seite, der auch Leni Riefenstahl ausgebildet haben soll ...

Das Bild zeigt meinen maledivischen Tauchpartner "Kudey" und mich beim Tauchen

März 2005 - Eriyadu - von Nitrox und wahren Highlights (Tauchgänge 461 - 498)

Weshalb ich schon wieder auf Eriyadu "einschlug"? Ganz einfach - mein Appell nach Einführung des Nixtroxtauchens wurde tatsächlich erhört und wollte nun meine bekannten Tauchplätze aus der Perspektive der erheblich verlängerten Nullzeit erleben.

Und als Kurier eines Hilfspaketes dazu beitragen, die Folgen der Tsumani-Katastrophe für die betroffenen Inseln, zu denen die Pakete weitergeleitet wurden, zu lindern. Eriyadu ist sehr glimpflich davon gekommen, nur der zerstörte Hauptbootsteg zeugt noch davon (Bild rechts). 

Sanne und Robin waren wieder als Leiterteam des Werner Lau Diving Centers zugegen. So genügte statt des üblichen Checktauchgangs am Ankunftsfolgetag ein sofortiger "Selbstcheck", dergestalt, dass ich mir von Robin eine fast leere Pressluftflasche geben ließ und ich alsdann mit dieser mit vollem Tauch-Equipment in der Lagune mich selbständig mit der notwendigen Bleimenge austarierte - somit konnten meine insgesamt 38 Tauchgänge gleich mit dem Boot beginnen ...

Als langjähriger Stammgast habe ich viele Gebiete sehr oft betaucht und kenne sie daher sehr gut.  Mit Nitrox (32% 02-Anteil) diese mit erheblich verlängerter Nullzeit erneut zu besuchen - alles erschien nun tatsächlich im neuen Blickwinkel, da ich alles viel intensiver beobachten und erleben konnte

"Blue Canyon", "Fingerpoint", "Blue Cave" und "Whosimas Tila" sind beispielsweise nun zum Tauchen wirklich lohnender geworden, wahre Knüller - bei letzterem bleib ich gleich 20 Minuten auf ca. 30 m, konnte sogar bei kaum Strömung mit meinen geliebten Haien mitschwimmen, was auch gefilmt wurde ...

An dieser Stelle möchte ich Werner Lau für die Nitrox-Einführung auf seine Basen ausdrücklich danken. 

Die Highlights dieses Urlaubs: 

(ich bin der Taucher ganz rechts im Bild)

März 2004 - wieder auf Eriyadu (Tauchgänge 421 - 460)

Wie sagt man so schön - zu Hause ist es doch am schönsten ... 

Also wieder mal auf nach Eriyadu. Dort angekommen, lernte ich als für mich neues Team des Werner Lau Diving-Center Sanne, Robin, Evi und Rainer kennen - und zu schätzen. 

Beim Checktauchgang hatte ich - wie immer - das Gefühl, als sei mein letzter Tauchgang erst gestern gewesen - so sicher fühlte ich mich. Also ran an die anspruchsvollen Bootstauchgänge, die nun folgen sollen ...

"Fingerpoint"- DER legendäre Tauchspot von Eriyadu schlechthin (mit Haigarantie!) - habe ich sehr oft betauchen können, mein letzter Tauchgang für diesen Urlaub fand auch übrigens dort statt. Wegen starker Strömungen, die auf diesem Platz vorkommen, wende ich das Festhalten an der ersten Stufe des Tauchpartners an. Ein Berliner Karikaturist, "Kotti" genannt, hielt dieses sehr zutreffend fest:

  

"Mantas satt" - so lässt sich der Tauchplatz "Boduhiti Corner" beschreiben, den ich ebenfalls mehrmals betauchte. Bis zu sieben Tiere umkreisten mich sehr eng. Ein beeindruckendes Schauspiel!

 Mein 444. Tauchgang, mit dem ich auch mein 4. Logbuch (nun endlich mal eins von Werner Lau ...) begann, fand auch dort statt und wurde vom Divingcenter-Team ausgezeichnet:

 

Bei einer meiner Rücktouren von diesem Tauchplatz hatte ich das sagenhafte Glück meiner 4. maledivischen Walhaibegegnung - und dann auch noch gleich 2 davon, ca. 5 m lang ... !

"Hinreißend" - so nannte ich meine Drift-Tauchgänge an den Plätzen "Helengeli Tila","Blaue Grotte" sowie "Lucky Express", wobei letzterer seinen Namen wirkliche Ehre machte - so stark, dass eine Strömungsboje gesetzt werden musste, damit uns das Tauchboot überhaupt verfolgen konnte ...

Ein sehr schöner Tauchplatz ist auch der "Blue Canyon", dessen Riffplatte leider tief liegt, also die Nullzeit sehr schnell verbraucht ist. Also ein wesentliches Argument dafür, dass auf Eriyadu schnellstmöglich NITROX eingeführt wird.

Mai 2003 - mal wieder "daheim" auf Eriyadu" (Tauchgänge 379 - 420)

Nach meinem "Fremdgehen" auf  Filitheyo und Villamendhoo(siehe unten) packte mich nun doch das schlechte Gewissen - also beschloss ich, meine Stamminsel wieder einmal aufzusuchen. Auch waren andere Gäste anwesend, die ich von früher her kannte ... - überhaupt: die Wiedersehensfreude - auch beim Inselpersonal - war sehr groß.

Sehr zu meiner Freude war auch Stefan Brand (siehe Bild)

wieder zugegen, so dass ein Check-Tauchgang sich erübrigte, ich also sofort mit auf das Tauch-Dhoni ging. Es kam mir vor, als sei mein letzter Tauchgang erst gestern gewesen.

Zu dieser Zeit war gerade Monsun-Wechsel, dass heißt die Strömungen blieben so gut wie aus, weshalb ich z.B. mehrmals "Fingerpoint" völlig autonom, also ohne Festhalten an der ersten Stufe des Tauchpartners, betauchen konnte, so kam es auch, dass ich meinen 400. Tauchgang am Fingerpoint absolvierte.

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Mein Freund Dieter (rechts im Bild) und ich auf dem Sandgrund vom Makunudu-Channel

Ein wenig enttäuscht war ich vom "Hembadhoo-Wrack": konnte ich noch vor vier Jahren seitlich in den Rumpf tauchen, war dies durch Sandaufschüttung nun nicht mehr möglich, entsprechend mager fiel auch der Fischbestand auf, nur einen Stachelrochen unter dem Heck konnte ich entdecken ...

Erstmals führe ich 2 Nachttauchgänge ohne Tauchlehrer durch.

Bislang habe ich Nachttauchgänge nur in Begleitung von Tauchlehrern gemacht. Nun wurde mir mit Blick auf meine Taucherfahrung zugetraut, auch selbstständig mit andern Buddies solche Tauchgänge zu planen und durchzuführen.

Bild links: Vorbereitung zum Nachttauchgang in der Lagune. Ich befinde mich in der Mitte im Wasser, bereits vollständig ausgerüstet. Gemeinsam tauchen wir dann das im Bildhintergrund befindliche Riff an, um dort mit dem Abtauchen zu beginnen.

Mein 2. Nachttauchgang mit Tania (2. von links) dauerte 77 Minuten, mein Tauchzeitrekord, weil ich 2 Lampen mitführte ... 

Als Stammgast kenne ich natürlich fast alle Tauchplätze um Eriyadu. Dieses mal lernte ich neue für mich hinzu "Madigaa" und "Werner's Special" kennen. Den 2. Anlauf auf "Madigaa" hatten wir verfehlt, dieser Tauchplatz wurde dann scherzhaft "Uwe's Special" getauft ... :-)

Zum Abschluss meines Urlaubs konnte ich erstmals das sogenannte "Müllen" mitmachen: das Dhoni fuhr mit Abfalltonnen, gefüllt mit Fischresten, ca. 200 m vom Hausriff weg. Diese wurden, nachdem wir Taucher vom Bord gesprungen waren,  quasi über unseren Köpfen entleert - sofort kreisten viele Fische um uns herum ... Mit Kompasspeilung ging es dann wieder tauchend zum Hausriff zur Tauchbasis zurück ...

2002 - Besuch der Malediveninsel "Filitheyo", Nord Nilande Atoll (Tauchgänge Nr. 338 - 378)

Folgende Highlights waren für mich bei diesen Aufenthalt prägend:

Nitrox leitet sich aus Nitrogen (Stickstoff) und Oxygen (Sauerstoff) ab. Daher ist also auch unsere normale Atemluft Nitrox, da sie zu 78 % Stickstoff und 21 % Sauerstoff enthält. Beim Tauchen spricht man dann von Nitrox, wenn der Sauerstoffanteil 21% überschreitet. Daher rührt auch die amerikanische Bezeichnung Enriched Air Nitrox (EANx), übersetzt mit Sauerstoff angereicherte Luft.. Mit dieser Ausbildung bin ich nun weltweit berechtigt, Tauchgänge mit bis zu 40 % Sauerstoffanteil durchzuführen. Ich tauchte immer mit 32 % - Anteil, abgestimmt auf die maximal auf den Malediven zulässige Tauchtiefe von 33 m.

Mein Nitrox-Brevet: 

  

Ja, das hat was, mit den Strömungen auf Filitheyo. Bin zwar strömungserfahren, aber ein Tauchgang stellte bislang Dagewesenes in den Schatten: so stark, dass sich sogar ein langgezogener, ca. ein Meter dicker Luftwirbel unter Wasser bildete, ähnlich einem Kondensstreifen, den Flugzeuge hinterlassen. Selbst Festhalten am Riff war unmöglich. Einzige Möglichkeit: Überhang aufsuchen, um Strömungsschatten zu bekommen (siehe Foto unten):

Ein weiterer Kick war mein 1. Boots-Nachttauchgang in einem Strömungsgebiet, das es erforderlich machte, vom Boot aus am Bojenseil abzutauchen ... 

Der Tauchbasenleiter Stefan Brand, den ich schon seit zig Jahren von Eriyadu her kenne, führte mit mir ganz spezielle Tauchgänge durch:

Fahrt mit dem Unterwasser-Scooter: hier musste wieder der bewährte Griff an erster Stufe herhalten, weil ich nicht in der Lage bin, gleichzeitig das Fahrzeug festzuhalten und einen ggf. erforderlichen Druckausgleich durchzuführen. Machte richtig Spaß, durch und gegen die Strömungen zu preschen, Haie zu verfolgen. Ein Gefühl als würde man unter Wasser fliegen - beim Looping dachte ich schon laut darüber nach, Pilot zu werden ... :-)

Für meinen letzten Bootstauchgang dieses Urlaubs äußerte ich Stefan den Wunsch, für mich eine besonders gute Stelle auszusuchen. Tat er auch: wir sahen Haie en masse, die sich in der Tiefe des Riffgrundes versammelten ... :-)

1998 und 2001 - Villamendhoo, Südari-Atoll

Kaum noch zu toppen: auf dieser Insel hatte ich bislang drei Begegnungen mit dem größten Fisch der Welt - dem Walhai ... - wohl der vorläufige Höhepunkt meiner Tauchkarriere!

Kleines Malheur, aber keine Katastrophe:

beim "Brocken Rock" bleib ich mit der Pressluftflasche in einem Überhang-Loch stecken, wurde aber problemlos aus dieser misslichen Lage befreit, indem ich von einer anderen Taucherin "nachgedrückt" wurde ...

Walhai, dicht unter der Wasseroberfläche